Almancil/Leipzig. Zum Abschluss des Trainingslagers ging es für die Bundesliga-Frauen von RB Leipzig und den zugehörigen Staff noch einmal an den Strand. Malerischer Sonnenuntergang, raue Atlantikküste, eisiges Wasser – Cheftrainer Jonas Stephan und einige andere wagten dennoch einen kurzen Sprung in den Ozean. Am Donnerstagmorgen folgten der Checkout aus dem schicken 5-Sterne-Hotel und die Rückreise gen Leipzig. Zeit also für ein Fazit und die Frage: Was haben zehn Tage Trainingslager den RB-Spielerinnen gebracht?

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Coach Stephan ist mit den Fortschritten und dem Zwischenergebnis aus dem Testspiel gegen PEC Zwolle (5:1) durchaus zufrieden. Er attestiert seinem Team „gute Fortschritte“ im Angriff in den gegnerischen Strafraum. „Wir haben unser Testspiel nicht umsonst auch deutlich gewonnen“, so der 34-Jährige. Das Freilaufverhalten habe gepasst, sein Team sich für die harte Arbeit der vergangenen Tage belohnt.

Zurück am Ball und auf dem Platz: Leipzigs Sandra Starke beim Training.Trainer sieht fußballerische Fortschritte

Doch die Offensive war natürlich längst nicht der einzige Trainingsinhalt in den zehn Tagen. Geschliffen wurde auch am hohen Pressing gegen den Ball, an Standardsituationen und natürlich an der Fitness. „Wir wollten ein sehr intensives Trainingslager gestalten“, erklärt der Trainer, der dennoch eine gute Balance im Hinblick auf die Belastungssteuerung schaffen musste. Am Sonntag nach dem Test gab es deshalb für alle frei.

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Während Stephan mit einigen anderen Trainern und Betreuern auf dem Golfplatz unterwegs war, nutzten andere die Zeit, um Padel zu spielen, shoppen zu gehen oder einfach in Ruhe Kaffee zu trinken. Der Sonntag hätte dadurch auch mental geholfen, da es manchmal anstrengend sein könne, so viel Zeit miteinander zu verbringen. Insgesamt sei das in Almancil aber nicht der Fall gewesen, befindet Stephan: „Ich habe nicht das Gefühl, dass irgendwo ein Lagerkoller entstanden ist.“ Dazu habe auch das Wetter beigetragen, denn ins eisige Deutschland wollte niemand so recht zurückkehren. Vielmehr hätten sich viele noch ein paar Tage mehr in Portugal gewünscht.

Kapitänin sieht „Luft nach oben“ im Teambuilding

Die gemeinsame Zeit sollte neben fußballerischen Fortschritten aber auch das Team noch mehr zusammenwachsen lassen. Kapitänin Sandra Starke, die große Schritte in Richtung Comeback macht, sieht darin einen besonderen Wert: „Es gab verschiedene Aktivitäten und Gespräche, die deutlich gezeigt haben, dass wir da noch Luft nach oben haben. Von daher glaube ich schon, dass uns die zehn Tage als Mannschaft gut taten.“ Genau deshalb sei es so wichtig, dass auch verletzte Spielerinnen wie Stürmerin Giovanna Hoffmann dabei waren. „Ob du verletzt bist oder nicht – du gehörst zum Team. Du bist trotzdem wichtig“, so Starke.

Nicht nur auf dem Platz: Taktische Besprechungen mit Leipzigs Cheftrainer Jonas Stephan.

Einen Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu weniger zahlungskräftigen Frauenteams sieht Abteilungsleiterin Viola Odebrecht durch das Luxus-Camp allerdings nicht zwangsläufig. „Und wenn, dann ist fraglich, wie nachhaltig sich so etwas auf die zweite Saisonhälfte auswirkt. Für uns war entscheidend, dass wir die Rahmenbedingungen nutzen konnten, um gezielt an den Themen zu arbeiten, die wir uns vorgenommen hatten. Das Trainingslager war dafür sehr wertvoll“, so die 42-Jährige, die vor Ort ebenfalls fleißig war.

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Aber was genau machen Staff und Management eigentlich, während die Mannschaft trainiert? „Wir arbeiten“, sagt Odebrecht und lacht. Dann gewährt sie einen Einblick: „Das Teammanagement organisiert die kommenden Prozesse, Social Media wird nahezu in Echtzeit bespielt, die Physiotherapeutinnen kümmern sich intensiv um unsere Reha-Spielerinnen – und dazu kommen viele weitere organisatorische und inhaltliche Aufgaben im Hintergrund.“

LVZ